Eine kleine Theorie von allem

Mai 14th, 2007 | by Lawlita |

Timothy Leary, Robert Anton Wilson, Albert Einstein, Stephen Hawking - sie alle suchten nach derselben Sache. Einstein und Hawking nannten es die Weltformel (theorie of everthing). Jene Formel, mit der sich alles erklärt, jene Formel, die aus allen Einzelteilen zu einem Ganzen - einem ganz großen, allumfassenden Ganzen - zusammenfügt. Noch im Sterben trug Einstein einen Notizblock bei sich, für den Fall, dass ihm die Lösung noch einfallen sollte. Sie tat es nicht. Für Hawking bedeutet die Weltformel die Zusammenführung aller Naturkräfte, aller Formeln zu einer einzigen, alles erklärenden Kraft.

Wilson und Leary suchten sich der Annäherung an jenes große Ganze im Studium und Selbststudium von und mit Drogen. Leary beschrieb eine wiederkehrende psychedelische Reise durch die elementarsten Grundlagen des Körpers und der Umwelt. Wilson griff Leary auf und schuf einen psychologisch-soziologischen Erklärungsversuch und eine Vorhersage für die weitere Entwicklung von Level 4 auf Level 8 des menschlichen Bewusstseins. Insgesamt näherten sich beide auf emotional-psychischer Ebene an etwas an, das in ihren Erfahrungen und Erkenntnissen einen signifikanten Zusammenhang mit Elementarphysik aufwies.

Alle 4 aber hatten eines gemeinsam: Sie strebten nach dem Weltraum. Wilson vermutete ein Auswandern der Menschen in den Weltraum in einer höheren Stufe menschlichen Bewusstseins. Einstein und Hawking forschten gegen Ende ihres Lebens immer stärker mit Fokus auf jenes unbekannte Große, dessen kleiner Teil wir und die Erde vermutlich sind.
Hawking, der nach Aussagen von Ärzten eigentlich seit Jahrzehnten Tod sein müsste, bereitet sich gegenwärtig auf einen Flug in den Weltraum vor. Zumindest sein letzter Flug wird ihn wohl dahin führen.

Die Suche nach dem großen Ganzen. Die Weltformel. Eine Vorstellung, ein Ziel, ein Drang, welcher uralt ist. Die Alchimisten suchten nach dem Stein der Weisen, um jedes Metall in Gold zu verwandeln, Goethes Faustus wollte wissen, “was die Welt im inneren zusammenhält”, und studierte alles was ihm in die Finger kam. Ohne Erfolg. In seiner Not ließ er sich schließlich mit Mephistopheles ein - “dem Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft”.

Keiner fand bisher die Lösung, aber jeder der sie suchte und dachte, zeichnete sich durch eine außergewöhnliche Begabung und eine außergewöhnlich starke Wirkung auf seine Mitmenschen aus. Und sie alle fanden sich zum Ende ihres Lebens an der Schnittstelle zwischen Philosophie und Religion wieder. Denn so, wie wir weder die Atome um uns herum sehen, noch das Weltall umfassend begreifen können, finden sich im Allerkleinsten wie im Allergrößten keine Antworten mehr. So schreibt Hawking in seinem Buch Eine kurze Geschichte der Zeit:

Dann werden wir uns alle – Philosophen, Naturwissenschaftler und Laien – mit der Frage auseinandersetzen können, warum es uns und das Universum gibt. Wenn wir die Antwort auf diese Frage fänden, wäre das der endgültige Triumph der menschlichen Vernunft – denn dann würden wir Gottes Plan kennen

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