It’s going to be fast and dirty
August 8th, 2007 | by Lawlita |Dies zumindest scheint die Devise Reinhard Müllers beim Verfassen dieses FAZ-Artikels gewesen zu sein.
Der Staat muss sparen. Er spart an Streifenpolizisten und investiert in Überwachungskameras. Er kann sich Observationen durch Beamte nicht mehr leisten und ist deshalb auf akustische und elektronische Überwachung angewiesen. Das Speichern von Daten ist vergleichsweise billig.
Dass der Staat die Überwachung ausbaut weil es Geld spart ist nicht einmal blauäugig, sondern schlichtweg falsch, denn mit Speichern ist noch gar nichts gewonnen:
Elektronische Überwachung schafft den staatlichen Behörden nur neue Ohren und Augen. Hören und Sehen muss er aber immer noch - und da die neuen Wahrnehmungsorgane viel mehr Informationen produzieren als die herkömmlichen (und angeblich nicht mehr ausreichenden), wächst das Gehirn in Form des auswertenden Beamtenapperates entweder mit, wird effizienter, oder kollabiert.
Kosten spart das keine. Kosten verursachen schon. Zahlen muss der Staat Anschaffungs- und Instandhaltungskosten der neuen Sinne, Kosten für weiteres Personal, und, wie Müller dann doch noch zutreffend andeutet, zahlen muss letzlich auch der Rechtsstaat mit seiner eigenen Demontage.
Tags: 1984, Überwachung, falsch, FAZ, Rechtsstaat, Reinhard Müller

