Wer oder was traumatisiert wen?
Januar 13th, 2008 | by Lawlita |Lydia, 11 Jahre alt, führt eine sexuelle Beziehung mit Thomas, 24, ihrem Nachhilfelehrer. Sie hat Spaß daran und ist in Thomas verliebt. Für ihn lernt sie für die Schule und macht ihre Hausaufgaben. Häufig sind Lydias Eltern aus beruflichen Gründen nicht zu Hause, und dann dauern die Nachhilfestunden länger. Thomas und Lydia kuscheln, und immer häufiger “geht auch mal mehr”. Lydia mag die Stunden mit Thomas. Der hat auch seinen Spaß; auch, weil er die Möglichkeit erhält, Lydias Geist zu schärfen.
Vier Monate nach ihrem 12ten Geburstag erfahren Lydias Eltern durch Zufall vom Missbrauch ihrer Tochter und erstatten schockiert Anzeige. Lydias Eltern erklären ihrer Tochter, dass Thomas sie ausgenutzt hat, er ziemlich böse ist und Menschen wie er für immer weggesperrt gehören.
Es folgt ein Strafverfahren gegen Thomas, in welchem Lydia die Hauptbelastungszeugin ist. Das Verfahren zieht sich hin durch mehrere Instanzen. Immer wieder muss Lydia aussagen. Sie wird psychologisch betreut und in der Schule kommt sie nicht mehr mit, muss eine Klasse wiederholen. Sie verliert den Kontakt zu ihren Freundinnen, neuen Freundschaften zu schließen fällt ihr schwer. 1 Monat vor ihrem 14ten Geburtstag wird Thomas zu 3 Jahren Gefängnis ohne Bewährung verurteilt.
Vor Jungen und Männern hat Lydia Angst. Als Folge des Missbrauches in ihrer Kindheit fällt es ihr sehr schwer eine emotionale oder gar sexuelle Beziehung zu einem Jungen aufzubauen. Mit 19 hat sie ihren ersten Freund, die Beziehung hält aber nur 3 Wochen. Eine halbwegs dauerhafte Beziehung führt sie erstmals knapp 2 Jahre vor ihrem 30ten Geburstag mit Bastian.
Obwohl sie sich bemüht und Bastian sich sehr umsichtig und rücksichtsvoll verhält, hat sie immer wieder Phasen der Angst und des Misstrauens gegenüber Bastian. Ein normales, erfülltes Sexualleben wird sie niemals führen.
– SCHNITT –
Lydia, 11 Jahre alt, führt eine sexuelle Beziehung mit Thomas, 24, ihrem Nachhilfelehrer. Sie hat Spaß daran und ist in Thomas verliebt. Für ihn lernt sie für die Schule und macht ihre Hausaufgaben. Häufig sind Lydias Eltern aus beruflichen Gründen nicht zu Hause, und dann dauern die Nachhilfestunden länger. Thomas und Lydia kuscheln, und immer häufiger “geht auch mal mehr”. Lydia mag die Stunden mit Thomas. Der hat auch seinen Spaß; auch, weil er die Möglichkeit erhält, Lydias Geist zu schärfen.
Lydias Eltern wissen um die Beziehung zwischen den beiden und heißen sie gut, solange sie in beiderseitigem Einvernehmen abläuft und die Schule nicht darunter leidet. Sie sind froh, dass ihr Kind die Zeit, die sie beruflich unterwegs ist, nicht alleine verbringen muss. Lydia wirkt glücklich und ihre schulischen Leistungen sind sehr gut.
Zunehmend erwacht jedoch ihr Interesse an Jungen in ihrem Alter und ihre einstige Verliebtheit zu Thomas kommt ihr kindisch vor. Die Beziehung zu Thomas schläft ein, und kurz vor ihrem 14ten Geburtstag kommt sie mit Kevin aus der Parallelklasse zusammen.
Tags: Angst, Böse, Gut, Kind, Kindesmißbrauch, Sex, Urteil


19 Responses to “Wer oder was traumatisiert wen?”
By Christian on Jan 14, 2008 | Reply
Salve
Hmmm.. Deine Aussage ist etwas problematisch für mich. Es liest sich, als ob Du den Missbrauch von Kindern verteidigst. Ich kann da für mich keine Möglichkeit einer Differenzierung machen. Missbrauch = Missbrauch. Basta!
Mit Deiner Aussage stellst Du Dich sehr nah in den Bereich von PRO-Kindersex. Für mich, eben weil ein heikles Thema, müssten allenfalls pointierte Aussagen klar gekennzeichnet werden.
Christian
By Lawlita on Jan 14, 2008 | Reply
Lieber Christian,
ich beziehe keine Stellung. Wenn du diesen Eindruck hast bedeutet das aber, dass du den inneren Widerspruch erkannt hast.
Schade dass du pointierte Aussagen gekennzeichnet sehen willst. Betriebst du nicht ein Blog das die Meinungsfreiheit im Namen trägt?
Lawlita
By Christian on Jan 16, 2008 | Reply
Salve
Doch, betreibe ich und werde oft bei weniger problematischen Themen darauf angesprochen. Auch ich bin der Meinung, dass mancher, wirklich überzeichneter, Bericht nicht den Titel “Achtung Ironie” tragen muss. Aber… ich glaube, bei diesem Thema scheint es angebracht. Wobei wir das mit den geschriebenen Kommentaren ja bereits erledigt habem.
Übrigens, Missbrauch hat nichts mit Meinungsfreiheit zu tun. Freiheit hört dort auf, wo die Freiheit eines anderen beginnt.
Gruss
Christian
By Lawlita on Jan 17, 2008 | Reply
“Übrigens, Missbrauch hat nichts mit Meinungsfreiheit zu tun. Freiheit hört dort auf, wo die Freiheit eines anderen beginnt.”
Natürlich nicht. Missbrauch ist bereits keine Meinung. Aber was sexueller Missbrauch ist und was nicht, wo die Grenzen liegen sollten und wo nicht - das ist Meinung, und das muss frei sein.
By onemanarmy on Jan 21, 2008 | Reply
und thomas fühlt sich seiner pädophile bestätigt. vergeht sich fleissig weiter an schutzbefohlenen…
jung, jung - da bist du aber auch ziemlich dünnem eis geladet!
By Lawlita on Jan 29, 2008 | Reply
Ich befürchte, du hast nichts begriffen.
By Snickerman on Feb 13, 2008 | Reply
Das Problem ist, dass das Problem nicht angesprochen werden darf.
Eine andere Meinung zum diesbezüglichen Altersgrenzen-Strafrecht zu haben,
wird in praktisch allen Diskussionsforen mit sofortigem Ausschluss bestraft!
Dabei gibt es meines Erachtens gar keine sexualmedizinischen/wissenschaftlichen Untersuchungen über die objektive Schädlichkeit/Nichtschädlichkeit freiwilliger Kontakte zwischen Menschen oberhalb bzw. unterhalb der Altersgrenzen.
Die Festlegung ist nach der alten moralischen Grundlage entstanden:
“Sex ist böse und verdirbt den Menschen, daher müssen wir ihn so lang wie´s geht davon fernhalten!”
Und ja, wer übel nehmen will, könnte schon in Deiner Gegenüberstellung (ohne Wertung!) eine positiv besetzte Aussage sehen und Dir daraus rechtlich einen Strick drehen.
Keine Diskussion, kein Widerstand, neue schäfere Gesetze werden gefordert (und kommen), so läuft das in vielen Bereichen (Schäuble ist überall)
MfG, Snickerman
By Lawlita on Feb 19, 2008 | Reply
Das stimmt. Allerdings muss man natürlich auch sagen, dass das Altersgrenzen-Strafrecht immerhin eines schafft: Rechtssicherheit.
Wenn man dieser Auffassung folgt, bekommt man aber ein Problem mit der Freiwilligkeit immer dann, wenn man einer Person die Fähigkeit zur Freiwilligkeit gar nicht unterstellen kann.
Kann ein zwölfjähriger freiwillig sexuelle Kontakte pflegen? Oder ein 8 jähriger? Oder ein zweijähriger? Oder ein zwei Monate altes Baby?
Irgendwo ist sicher eine Grenze. Also kann man sich entweder dafür entscheiden, diese Grenze fest anzusetzen, oder sie variabel nach der Reife festzusetzen. In letzterem Fall entsteht aber eine klare Rechtsunsicherheit, weil man eigentlich nicht wissen kann, ob das eigene Handeln letzlich erlaubt oder verboten ist.
Vielleicht liegt das Problem nicht unbedingt in der Rechtslage, sondern in der Gesellschaft. Jeder weiß, das Straßenverkehr ohne StVO nicht funktionieren kann. Und genauso ist klar (und wissenschaftlich erwiesen), dass Straßenverkehr auch dann nicht funktioniert, wenn sich jeder an die StVO halten würde. Vielleicht benötigen wir mehr Flexibilität und rationales Abwägen statt Beißreflexen und Tabuisierung.
Richtig! Jeder sollte bedenken, dass Schäuble unsere personifizierte Angst ist. Wäre er nur ein durchgeknallter Politiker, wäre er kaum gefährlich.
By Dron on Mai 3, 2008 | Reply
Lawlita says: “Kann ein zwölfjähriger freiwillig sexuelle Kontakte pflegen? Oder ein 8 jähriger? Oder ein zweijähriger? Oder ein zwei Monate altes Baby?”
Bereits im Kindergarten haben wir uns mit einem Mädel gegenseitig die Genitalien gezeigt und anfassen lassen. Freiwillig! Mit 5-6 Jahren.
By Lawlita on Mai 4, 2008 | Reply
Tja, in den USA kommt man dafür in den Knast …
By Dron on Mai 4, 2008 | Reply
Lawlita: “Tja, in den USA kommt man dafür in den Knast …”
Nein. “In Colorado kann man ab 10 Jahren strafrechtlich belangt werden.”
Ab 10 ! Wir waren erst 5 oder 6. Also, wären wir auch in den USA davon gekommen.
By J.Av.Amani, ac. on Mai 6, 2008 | Reply
Das großer Problem ist die öffentliche Meinung, die im Prinzip hier nichts anderes ist, als eine Statistik. (von Statistiken weiss jeder, dass genaus das “rauskommt”, was der Ersteller will).
Heisst hier: Man sagt, es sei schlecht.
(und untermauert diese Aussage mit scheinbar bestätigten Fällen aus der Vergangenheit, wobei hier nicht die Fälle an sich, sonder nur das URTEIL herangezogen werden)
Die INDIVIDUELLE Lage der Person ist die EINZIGE Grundlage für eine Entscheidung, ob eine Aktion nutzt (wurde in diesem Zusammenhang übrigens nicht erwähnt; nur geschildert) oder nicht nutzt. Diese Entscheidung - deren Findung für Nichtbeiteiligte sicher schwer ist - wird nun generalisiert indem sie an eine Altersgrenze gebunden wird und schon wird “per se” (ohne Prüfung der anderen Umstände” geurteilt.
Da wir es nun mit verschiedenen Normen zu tun haben (Gesellschaft vs. Altersgrenze), und möglicherweise daraus resultierend mit Rechtsunsicherheit, kann eine Lösung eigentlich nur mit beiden Argumenten gefunden werden, zwar einerseits mit einer Altersgrenze (z.B. 14 Jahre bei Sex, obwohl 16 Jahre für Mofa oder 18 für den Führerschein) jedoch gepaart mit einer objetiven individuellen Untersuchung des Falles OHNE Vorverurteilung…
Zur Wissenschaft, wenn sie doch schon zitiert wird: Studien, die über Schäden durch freiwillige sexuelle Handlungen gibts “natürlich leider” nicht, das wär ja strafbar….
Allerdings gibts sehr wohl Nachweise darüber, dass Situationen, bei denen Freiwilligkeit zweier Personen durch Dritte zerstört wurden, in der überwiegenden Anzahl dazu führen, dass das Leben der beien Verliebten dauerhaft geschädigt bzw zerstört wurde.
Nota bene: basierend auf FREIWILLIGKEIT
By Lawlita on Mai 17, 2008 | Reply
@ Dron:
Okay, dann muss ich mich korrigieren. Ab 10 Jahren ist dann ja aber auch jeder befähigt, das Unrecht seiner Tat einzusehen und danach zu handeln
By Lawlita on Mai 17, 2008 | Reply
@ J.Av.Amani, ac
Ja, exakt!
Worauf stützt du das? Studien insofern, dass man diese Personen gerade zu sexuellen Handlungen führt - okay. Aber man könnte sich durchaus sagen wir mal 10.000 volljährige Personen rausgreifen, einteilen in Gruppen
a) hatte keinen sexuellen Kontakt vor 14
b) hatte freiwilligen sexuellen Kontakt vor 14
c) freiwilliger sexueller Kontakt vor 14 wurde unterbunden/erschwert durch Pönalisierung.
und dann (mit welchen Methoden auch immer) psychologisch untersuchen.
By Dron on Mai 18, 2008 | Reply
6 von 10 meiner Freunde hatten vor dem 14 Lebensjahr freiwillig sexuellen Kontakt. Die anderen 4 haben die 6 beneidet.
By Lawlita on Mai 20, 2008 | Reply
Ich gehöre auch zu den 4
By Dron on Jun 10, 2008 | Reply
ich habe mir bis zu meinem 14. Geburtstag auch mehr gewünscht
By Lawlita on Jun 11, 2008 | Reply
Und dann?
By Dron on Jul 8, 2008 | Reply
das Thema ist “Sex unter 14″ und nicht “unausgelebte Erwachsenenträume”